Castillo de Sohail in Fuengirola

Castillo de Sohail

Hoch über Fuengirola thront das Castillo de Sohail. Obwohl die prachtvollste Zeit dieses Baus längst der Vergangenheit angehört und heute nur noch eine Burgruine ersichtlich ist, gilt das Castillo als Wahrzeichen der spanischen Stadt an der Costa del Sol.

Das Bauwerk wurde auf Fundamenten einer anderen Festung errichtet

Um die Küstenverteidigung zu verstärken, wurde die Burg von Sohail im Jahr 956 auf Anordnung von Abd ar-Rahman III. – dem achten Emir und ersten Kalifen von Cordoba – auf den Fundamenten einer älteren Festung errichtet. Über längere Zeit hinweg diente das Castillo als Schutz vor Angriffen, die Berber und Christen über das Meer gegen das Gebiet von Cordoba unternahmen. Anschließend stand die Burg immer wieder im Fokus von Auseinandersetzungen islamischer Teilbereiche und geriet ab 1285 unter die Herrschaft des Emirats von Granada. Während der Reconquista wurde das Bauwerk im August 1487 von christlichen Truppen aus dem Königreich Kastilien-Leon unter Führung des Marktgrafen von Cadiz namens Rodrigo Ponce de Leon erobert. Starke Schäden an der Burg waren die Folge der Auseinandersetzungen. Etwa 250 Jahre später – um 1730 – wurde das Castillo de Sohail wiederum aufgebaut, um die Stadt vor maurischen Piraten zu schützen und einen Handel mit Gibraltar zu unterbinden.

Mehrere Nationen kämpften um die Vorherrschaft auf der Burg

Nachdem französische Truppen zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf Initiative von Napoleon Bonaparte in Spanien einkehrten, stand das Castillo de Sohail im Februar 1810 unter Besatzung des französischen Kaiserreichs. Während der Auseinandersetzungen auf der Iberischen Halbinsel zwischen Spaniern, Briten sowie Portugiesen einerseits und Franzosen andererseits war zunächst eine Einnahme der Festung durch britische Truppen geplant. Nachdem diese Angriffe durch Franzosen abgewehrt wurden, gelang es der spanischen Seite unter Führung von General Francisco Ballestero am 16. April 1812, die Burg von Sohail einzunehmen und das französische Heer in die Flucht zu schlagen. Im Rahmen nachfolgender Kriegshandlungen wurde das Castillo wiederum stark in Mitleidenschaft gezogen.

Das Castillo de Sohail ist auf dem Grundriss eines Achtecks entstanden

Auffahrt zum Castillo de Sohail

Bis heute erweist sich die an der Mündung des Rio Fuengirola gelegene Burg als ein Blickfang, die sich in einer Höhe von 38 Metern über dem Meeresspiegel erhebt. Von der als Avenida Mare Nostrum bezeichneten Nationalstraße 340, dem Strand Playa del Ejido sowie dem Parque del Castillo umgeben, ist das Castillo de Sohail einfach erreichbar. Dieses imposante Bauwerk wurde auf dem Grundriss eines unregelmäßigen Achtecks entworfen, das an jeder einzelnen Ecke über einen Turm verfügt. Allerdings sind heute nur noch sechs dieser Türme erhalten. Aufgrund der zahlreichen Zerstörungen ist im Innenbereich heute keines der Gebäude mehr vorhanden, das in dieser Zone ursprünglich vorhanden gewesen ist. Einzig die Überreste von Trennwänden sowie ein abgedeckter Brunnen des Burghofs sind bis heute ersichtlich. Die Festungsmauern sind im Gegensatz dazu bis heute vollständig erhalten und in den vergangenen Jahren restauriert worden. Drei Kanonen, die gen Meer ausgerichtet sind, säumen heute die nordöstliche Umfassungsmauer. Weiterhin sind an der Strandpromenade von Fuengirola weitere Kanonen positioniert, die ebenfalls ursprünglich zu dem Castillo de Sohail gehörten.

Regelmäßig ertönen musikalische Klänge aus der Burg

Heute dient das Wahrzeichen Fuengirolas als beliebter Veranstaltungsort kultureller Events. Artistische Aufführungen und Feste ziehen Besucher der Burg von Sohail regelmäßig magisch an. Zusätzlich strömen Musikliebhaber in Scharen zu dem Prachtbau, wenn Großveranstaltungen wie das Stadtfestival von Fuengirola oder die Burgnächte „Noches del Castillo“ mit ihren Rock- und Popkonzerten stattfinden. Ihren Namen hat die Sehenswürdigkeit der einstigen arabischen Siedlung Sohail zu verdanken, aus der das heutige Fuengirola entstanden ist. Diese Bezeichnung lehnt sich wiederum an den Namen „Suel“ an, der als römische Betitelung der Stadt in gleicher Position bis zur Eroberung durch Westgoten galt. Weiterhin galt „Suel“ als arabischer Name für einen Stern, der einen Referenzpunkt für Seefahrer während der Zeit von Al-Andalus formte. Der Eintritt in die Burg von Sohail ist frei.

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