El Torcal

Eine Reise zum Naturschutzgebiet El Torcal in Malaga führt zu einem der beliebtesten Ausflugsziele Andalusiens. Der Ausflug endet an mitreißenden Karstformationen, die in Millionen von Jahren durch Witterungseinflüsse geformt wurden. In diesem Zeitraum hat sich die naturlandschaftliche Region zu einem der extravagantesten europäischen Naturschauspiele gewandelt.

Hier scheinen die physikalischen Gesetze keine Rolle zu spielen

Der Anblick der ovalen Felsplatten ist beeindruckend. Durch ihren filigranen Aufbau vermitteln die Felsformationen das Gefühl, als würden die Gesetze der Physik bei den Karstsäulen keine Rolle spielen. Natürlich lässt das menschliche Verständnis vermuten, dass sich Verwitterung und Erosion maßgeblich auf die Felsgebilde des 1.170 Hektar großen Areals nahe der Stadt Antequera ausgewirkt haben. Und dennoch erwecken die Gebilde den Eindruck, als wären sie von Menschenhand wie eine Spielzeugburg aufgetürmt worden. Irgendwie wirken die Karststeine absurd. Beinahe erscheint es, als wäre der 150 Millionen Jahre alte Kalkstein nicht von dieser Welt. Sind Sie im El Torcal mitten in einer Filmkulisse angelangt? Nein. Dieser Naturpark ist Realität.

Artefakte aus der Steinzeit

Aufgrund der bizarren Formen ließen es sich die Menschen auch nicht nehmen, die Gebilde mit besonderen Namen zu versehen. Ob Würfel, Blütenkelch, Tabakgasse, dunkle Gasse, Hütchen oder Schraube – diese Bezeichnungen für die Felsen sind nur einige Bezeichnungen unter vielen. Felsspalten und Höhlen reihen sich im El Torcal aneinander. Doch das Naturschutzgebiet vereint noch weitere Schätze. Vor Ort werden Ritzungen und Zeichnungen aus der Steinzeit den Besuchern nicht entgehen. Diese Artefakte sind ein Indiz dafür, dass die Region bereits zur Steinzeit besiedelt gewesen ist. Vermutlich hausten die Menschen zur damaligen Zeit in den zerklüfteten Felsen zwischen den tiefen Schluchten, die sich durch stetige Witterungseinflüsse wie Schnee, Regen, Wind oder Eis verändert haben. Viele Urlauber nehmen den Abstecher zum El Torcal als Anlass, um anschließend das 3.000-Seelen-Dorf Villanueva de la Concepcion zu besuchen. Denn diese kleine Gemeinde bietet die Möglichkeit, auf einem Campingplatz oder anderen Unterkünften zu residieren oder es sich in hiesigen Restaurants schmecken zu lassen.

Zahlreiche Tierarten inmitten der „Planetenlandschaft“

Durch sein außergewöhnliches Erscheinungsbild an eine Mondlandschaft erinnernd, wurde der „Paraje Natural Torcal de Antequera“ im Jahr 1989 offiziell als „geschützte Naturgegend“ deklariert. Diese Auszeichnung erhielt die Region nach Meinung mehrerer geologischer, zoologischer und botanischer Experten völlig zurecht. Schließlich entwickelte sich über viele Jahrhunderte hinweg eine außergewöhnliche umfangreiche Flora, Fauna und Geologie. Vogelarten wie Uhus oder mehrere Spezies des Geiers drehen über dem El Torcal ihre Kreise. Klassische Felsentiere wie Steinböcke oder Bergziegen teilen sich die Heimat mit Raubtieren wie Füchsen, Wieseln oder Dachsen. Wer nach Eidechsennattern oder anderen Reptilien Ausschau halten möchte, wird in diesem Naturschutzareal ebenfalls fündig.

Naturschutzgebiet El Torcal in MalagaNaturschutzgebiet El Torcal in Malaga

Wanderungen zur Frühlingszeit

Die Pflanzenwelt besteht hauptsächlich aus den Gewächsen, die über einen längeren Zeitraum ohne viel Wasser und Feuchtigkeit auskommen. Der felsige, steinige Untergrund ist ideal für Gewächse wie Steineichen, portugiesische Eichen, Palmlilien oder Cornicabra-Oliven-Bäume. Neben Ahornbäumen, Mehlbeerengewächsen, Pfingstrosen und Gräsern gedeihen ebenfalls wilde Orchideen in El Torcal. Diese florale Vielfalt wird durch Ahornbäume und unterschiedliche Aloe-Arten abgerundet. Besonders eindrucksvoll sind Ausflüge durch das Naturschutzgebiet zur Frühlingszeit. Schließlich erblühen die meisten Gewächse im Frühling in voller Pracht. Wanderer kommen zudem von September bis Dezember auf ihre Kosten. Diese Jahreszeiten sind der ideale Zeitpunkt, um die unterschiedlichsten Wanderwege in der Region zu erobern. Die Wandergebiete sind in die grüne und gelbe Route unterteilt und mit entsprechenden Wegmarkierungen an Holzpfählen gekennzeichnet.

Drei Wanderwege mit unterschiedlicher Länge

Weiterhin verläuft ein dritter Wanderweg durch El Torcal, der allerdings für Wanderer gesperrt ist. Dennoch haben Besucher an Wochenenden die Gelegenheit, diese Route auf dem roten Weg für 8 Euro im Rahmen einer geführten Tour zu beschreiten. Interessenten können sich für diesen Exkurs beim Besucherzentrum Centro de Visitantes de El Torcal de Antequera anmelden. Die rote Route ist mit 4,5 Kilometern die längste Strecke und vereint auf einer Höhe von 1.400 Metern den höchsten Punkt des Naturschutzgebiets. Dieser Aussichtspunkt sorgt für Herzschlagmomente. Denn von dieser Erhebung erblicken Sie bei guten Witterungsbedingungen sogar die afrikanische Küste.

Die Anfahrt mit dem Auto ist am einfachsten

Die Naturlandschaft El Torcal ist mit dem Auto nur 50 Kilometer von Málaga entfernt. Der schnellste Weg verläuft über die A-45 gen Antequera. Von Córdoba führt ebenfalls die A-45 nach El Torcal. Über die A-92 ist das Naturschutzgebiet von Sevilla oder Granada aus erreichbar. Besuchern des Naturparks steht es frei, mit dem Auto unmittelbar bis zum Besucherzentrum zu fahren. Ist der Parkplatz in der Hauptsaison überfüllt, befinden sich in der Nähe weitere Abstellmöglichkeiten. Anfahrten mit dem Bus oder Zug sind möglich, aber wesentlich komplizierter.

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